Rittberichte 2021

15.10.2021

Großer Distanzsport in Trechwitz

Landesmeisterschaft und FEI-Wettbewerbe

Karina Starost aus Lehnin ist es gelungen, eine Landesmeisterschaft gleichzeitig zu organisieren und zu gewinnen. Am 25. September verteidigte sie in Trechwitz ihren 2019 erstmals errittenen Landesmeistertitel im Distanzreiten. Mit ihrer 19-jährigen Warmblutstute Daytona lag sie in einer reinen Reitzeit von 06:28:29 über 100 km souverän vor der Vizemeisterin Katharina Gericke (Schönwalde-Glien) mit dem 9-jährigen Araber Gold Boy und Patricia Ziegert (Berlin) mit dem 14-jährigen Araber Le Pars, beide Pferde im Besitz von Michaela Wilczek. Die Zweit- und Drittplatzierte hatten die Strecke gemeinsam absolviert und beendeten den Wettkampf in 06:40:01/02.

Die 2. Trechwitzer Wald- und Wiesendistanz bot in diesem Jahr sowohl den Rahmen für die Landesmeisterschaft und für nationale Ritte als auch für vier CEI-Wettbewerbe der Kategorien 1* und 2* über 100 und 120 km. Dabei ergaben sich die Meisterschaftswertungen aus den Platzierungen eines national ausgeschriebenen LDR-LM über 100 km und den Resultaten der im CEI1* über 100 km startenden Teilnehmer aus Berlin-Brandenburg (beziehungsweise mit einer Reitvereinsmitgliedschaft in einem der beiden Bundesländer). In der nationalen Meisterschaftsprüfung konnten sich Cornelia Weidlich (Nauen) mit Mesczallah Giseh ox und Maria Lippert (Wustermark) mit Al Mashhar al Azim ox in 07:04:13/14 direkt hinter der Siegerin Karina Starost platzieren.

Den CEI1* hatte der sächsische Reiter Veit Koppe (Steinbach) mit der 8-jährigen selbst gezogenen Trakehner Stute Faizah in 06:08:07 überlegen vor den beiden Niederländerinnen Talitha Bakker mit der 12-jährigen Partbred-Araberstute Volga du Vallois und Monique de Boer-van Zomeren mit dem 9-jährigen Ge Fariq (06:37:58/59) gewonnen. Anna Cichminska aus Polen mit Efala und die Jugend-WM-Teilnehmerin Alexandra Weiz mit Olympia al Samarra kamen in dieser Prüfung noch vor den beiden Zweit- und Drittplatzierten der LM ins Ziel. Mit 23 Startern war der CEI1* sensationell gut besetzt. Davon konnten sich 14 in der Wertung platzieren, was in Anbetracht dessen, dass FEI-Wettbewerbe in der Regel strenger gerichtet werden als nationale Prüfungen, eine akzeptable Quote ist. Auf den letzten drei Wertungsrängen des CEI1* finden sich die erfolgreichen LM-Teilnehmerinnen (Platz 6-8) Wencke Herrmann (Rehfelde) mit Walpurgis al Haria, Julia Zielinski (Groß Kreuz) mit Romeo und Jana Weingart (Michendorf) mit Farinelli.

Der CEIYJ1* war nur mit drei Starterinnen besetzt, die allesamt nicht aus unserer Region kamen. Es siegte Angelika Wojnowska aus Polen mit der 11-jährigen Araberstute Modra in 06:22:58 vor Sarah Kraus mit der 9-jährigen Shima Adjawad ox in 06:53:32.

Weiterhin war ein 100-km-LDR für Reiter außerhalb der LM-Wertung ausgeschrieben, den beide Teilnehmerinnen Johanna Alms mit ihrem 16-jährigen Traber Bonjour BC und Alena Wiegmann mit der 14-jährigen Araberstute Caryca in 07:53:27 bzw. 08:29:00 erfolgreich meisterten.

Der CEI2* über 120 km hatte acht Nennungen und beachtliche sieben Starter in der Wertung. Den Sieg erritt die Niederländerin Nant Baten in 07:25:59 mit ihrem 8-jährigen Vollblutaraber Lelo’s Allegro vor der deutschen Starterin Andrea Michaela Vogl auf der 10-jährigen Araberstute Narham Jednostka, die nur zwei zwei Minuten später die Ziellinie überquerten. Auf Platz drei kam Tana Terberova aus Tschechien mit dem 9-jährigen Shagya-Araberwallach Joy Ramone in 07:34:39.

Von den beiden Teilnehmerinnen der Jugendprüfung über 120 km (CEIYJ2*) konnte sich nur Puck Kromkamp aus den Niederlanden mit ihrem 13-jährigen Anglo-Araber Ugo de Jass qualifizieren und gewann damit die Prüfung in 07:27:30.

Die siegreichen Pferde des CEI2*, des CEIYJ2* und des CEIYJ1* wurden zudem mit dem Best Condition Award geehrt. Beim CEI1* ging die begehrte Auszeichnung an das drittplatzierte Pferd Ge Fariq.

Leider hatte sich kein Starter für die über 85 km ausgeschriebene Landes-Jugendmeisterschaft gefunden.
Den für Senioren ausgeschriebenen LDR über diese Streckenlänge beendeten Agnes Thieme mit ihrer 9-jährigen Appaloosa-Stute Grisu und Janet Richter mit ihrem Vollblutaraber CG Biatnik gemeinsam in der Wertung. Einen MDR über 80 km bestritt als einzige Starterin erfolgreich Katharina Walker ihrer 6-jährigen Araberstute Revenge.

Am Folgetag absolvierten dann noch einmal sieben Reiter – und alle in der Wertung – einen KDR über 41 km. 14 Teilnehmer nahmen erfolgreich 30 Einführungskilometer unter die Hufe. Für den Distanznachwuchs gab es zudem eine geführte 6-km-Kinderdistanz.

Das Wagnis, als Veranstalterin selbst zu starten, ist Karina Starost unter anderem deshalb gelungen, weil sie von einer bärenstarken Truppe unterstützt wurde. Die Landesmeisterschaft und die nationalen Ritte wurden vom bewährten „Mut zur Strecke“-Team mitorganisiert. Die noch weitaus aufwändigere Vorbereitung und Durchführung der FEI-Ritte wurde unterstützt und angeleitet vom Team der AG Mitteldeutschlanddistanz unter Federführung der VDD-Ehrenpräsidentin Dr. Juliette Mallison, der es nicht allein darum ging, hier ein internationales Event auf die Beine zu stellen, sondern ihre Erfahrung an die jüngere Generation weiterzugeben. In Brandenburg war sie zuletzt 2017 als Veranstalterin der FEI-Ritte mit Deutscher Meisterschaft in Neustadt (Dosse) in Erscheinung getreten.
Ebenso wie das Veranstalterteam trug auch das Ambiente des Biohofs zum Mühlenberg in Trechwitz zum Gelingen des Rittes bei. Betreiber Timo Wessels hat die Anlage in den vergangenen Jahren Zug um Zug ausgebaut und dabei seinen Schwerpunkt nicht allein auf den Pferdesport, sondern ebenso auf Gastronomie gelegt und plant, den Hof als Event-Location und Naherholungsziel weiter auszubauen. So wurde der Aufenthalt auf der großzügigen, pieksauberen Anlage mit eigenem Catering für alle Beteiligten zum wichtigen Wohlfühlfaktor.

Entscheidend bei einer Distanz-Veranstaltung sind natürlich die Strecken, die durch das Natur- und Vogelschutzgebiet Rietzer See führten. Riesige Schwärme von Graugänsen, die hier überwintern, begleiteten die Starter auf ihrem ersten Loop. Dennoch wäre dieser Umstand den Veranstaltern in letzter Minute beinahe noch zum Verhängnis geworden. Denn erst am Freitagabend, nicht einmal zwölf Stunden vor dem Start, stellte sich heraus, dass der NABU über einige Streckenabschnitte Netze gespannt hatte, um hier Vögel zu beringen. Dies machte die komplette Umplanung und Neumarkierung zweier Runden notwendig. Und so war das Veranstalterteam, Blut und Wasser schwitzend, die ganze Nacht über und am frühen Morgen erneut auf den Beinen, um diese Herausforderung zu stemmen. Dass es nicht nur irgendwie gelang, sondern dass die Markierung von allen Teilnehmern als hervorragend und unfehlbar beschrieben wurde, verdient allerhöchsten Respekt.

Wie im deutschen Distanzsport üblich, waren keine Preisgelder ausgeschrieben, doch zahlreiche Sponsoren trugen mit üppigen Sachspenden dazu bei, dass alle Teilnehmer bis hin zum letzten Einführungsreiter attraktive Preise mit nach Hause nehmen konnten.

In keinem anderen Bundesland erfährt der Distanzsport so große Unterstützung durch den Landeverband Pferdesport wie in Berlin-Brandenburg. Diesmal wurde er vertreten vom Vizepäsidenten Gerhard Mielenz, der bei der Siegerehrung zur Landesmeisterschaft Pokale, Schärpen und Medaillen überreichte.

Das Veranstalterteam um Karina Starost möchte die Trechwitz-Distanz als FEI-Veranstaltung in Brandenburg etablieren. Der 2. Juli 2022 ist bereits fest im FEI-Kalender vermerkt. Dann soll auch ein CEI3* über 140 km auf dem Programm stehen.

Miriam Lewin


15.09.2021

Glau-Distanz

Erfolgreiche Erstveranstaltung trotz Hindernissen

Dem Erstveranstalter-Team um Natascha Schlegel wurde bei der Glau-Distanz am zweiten September-Wochenende nichts geschenkt. Zunächst gab es Schwierigkeiten, die Strecken wie geplant genehmigen zu lassen. Als der Kurs dann stand, wurden plötzlich einige Waldwege für Reiter gesperrt. Wieder war Umplanung vonnöten. Am Veranstaltungswochenende schließlich hatte Petrus keinerlei Einsehen mit den Nöten der Veranstalter. Mal goss es wie aus Kannen, mal knallte die Spätsommersonne vom Himmel und verwandelte alles in eine schwülwarme Waschküche – das denkbar ungünstigste Wetter für Distanzsport! Dass dann auf Dorfstraße bei einer Ortsdurchquerung auch noch ein gut besuchter Flohmarkt abgehalten wurde, gehörte schon zu den Peanuts der Pleiten, Pech & Pannen. Dennoch schlugen sowohl die Veranstalter samt aller Helfer als auch die Teilnehmer sich tapfer, und am Ende war die Stimmung trotz oder vielleicht auch wegen so vieler genommener Hürden großartig. Groß war leider auch die Ausfallquote. Hier spielten sicher ebenso wie das schwierige Wetter die Bodenverhältnisse eine Rolle. Tiefer Sand und wurzelige Waldwege erforderten Umsicht und wurden so manchem Pferd zum Verhängnis. Die sehr nachhaltig auf das Wohl der Pferde bedachten Tierärzte siebten streng und konsequent auch bei weniger auffälligen Gangunregelmäßigkeiten aus. So blieben beim LDR über 81 km nur vier Reiter in der Wertung. Es siegten zwei Gäste aus dem Harz: Linda Gruppe mit Lopes ox und Ewald Hurlemann mit Ermelo ox, die trotz Verreitens mit 10,7 km/h noch deutlich vor der Drittplatzierten Michaela Wilczek mit C’est la vie (10,0 km/h) lagen.

Den MDR über 64 km konnte nur Kristin Zänker mit ihrem Vollblutaraber-Hengst Nabir Shadi in der Wertung beenden (12,1 km/h).

Den KDR über 45 km gewann Agnes Thieme mit ihrer Appaloosa-Stute Grisu in 12,2 km/h. Zwei spannende Starter teilten sich den zweiten Platz: einmal der Trickreiter Viktor Kirka, der u.a. bei der „Apassionata“ mitgewirkt hat und nun mit seinem Araberhengst Sa. L. Abadi einmal in den Distanzsport hineinschnuppern wollte, und Sybill Matzdorf mit ihrem 28-jährigen Partbred-Araber Kiasso. Der unverwüstliche einstige Landesmeister zeigte hier bravourös, dass er es noch immer kann!

Und auch beim Einführungsritt gab es ein besonders interessantes Gesicht: Die Vizepräsidentin des LPBB Martina Schünemann hatte sich Baladin de Cambron, den Traberwallach ihres Mannes, ausgeborgt, um eben mal im 5-Gang die 31 km zu absolvieren – mit Erfolg!

Miriam Lewin


31.08.2021

Brandenburger Distanzreiter erfolgreich in Sachsen

Analog zu den Berlin-Brandenburger Meisterschaften im Distanzreiten war die sächsische Meisterschaft im Rahmen der 12. Saxonia, die in Tauscha, 30 km nördlich von Dresden, ausgetragen wurde, offen für Reiter sowohl mit Wohnsitz als auch mit Stammverein in Sachsen. Damit kamen auch Sandra Stamm aus dem ostelbischen Brottewitz (Landkreis Elbe-Elster) und Emelie Jeske aus Neuburxdorf (Landkreis Bad Liebenwerda), die bei den Junioren antrat, für die sächsische Meisterschaftswertung infrage. Zudem trat mit dem Reitverein „Am Fließ“ Hoppegarten ein Brandenburger Verein als Veranstalter in Erscheinung und sorgte damit schon im Vorfeld für eine Kooperation der beiden benachbarten Bundesländer.

Die Meisterschaft der Senioren wurde über 119 km ausgetragen. Parallel dazu wurde ein Ritt über 120 km angeboten. Hintergrund dieser Ausschreibung war die Tatsache, dass für 119 km eine niedrigere Qualifikationsstufe erforderlich ist als für die 1 km längere Strecke. Diese wiederum wird von international reitenden Sportlern als CEI-Qualifikation benötigt. So traten am letzten August-Wochenende 6 Starter über 119 km und 1 Starter über 120 km auf nahezu identischen Strecken an.

Die Vizemeisterin aus 2017 (dem letzten Austragungsjahr der Sachsenmeisterschaft) Friederike Schwarz mit ihrer 17-jährigen Warmblutstute Mona Lisa ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sie diesmal nach dem Titel greifen würde. Verfolgt wurde sie von der ebenfalls sehr starken Elaine Kühlmann mit dem 11-jährigen Warmblüter Avec Moi. Beide bestritten den Ritt anfangs gemeinsam, bis Friederike Schwarz schließlich davonzog und mit 12,7 km/h eine halbe Stunde vor Elaine Kühlmann (12 km/h) Sieg und Titel erritt. Beide Pferde hinterließen auch am Folgetag einen blendenden Eindruck, sodass die Tierärzte beiden den Konditionspreis zuerkennten.

Sandra Stamm, für die es die erste Erfahrung über diese Streckenlänge war, hatte mit ihrer 12-jährigen Warmblutstute Instervenus eine andere Taktik gewählt und ritt auf Ankommen. Dabei konnte sie von der großen Erfahrung ihres Begleiters Marvin Nonnenmacher profitieren. Der ursprünglich aus Hessen stammende, jetzt aber im brandenburgischen Herzfelde angesiedelte Reiter war schon im deutschen Distanz-Jugendkader aktiv und kann auf einschlägige internationale Erfahrung zurückblicken. Er wollte mit seinem 19-jährigen Shagya-Araber Zephir über 120 km eine CEI-Qualifikation erreiten. Beide Reiter absolvierten – außer Konkurrenz füreinander – den Ritt mit etwas unter 11 km/h. Runde um Runde legten sie in konsequent gleichmäßigem Tempo zurück, was, wie der „alte Hase“ Nonnenmacher vermitteln konnte, das A und O für den Erfolg auf der langen Strecke ist. Dazu kam eine professionelle Pausenbetreuung durch beide Crews. Schließlich wurde Sandra Stamm und ihre bis zum Schluss frisch und ausgeglichen wirkende Intervenus mit dem dritten Platz im Wettbewerb und ebenso in der Wertung zur sächsischen Meisterschaft belohnt.

Als einziger Starter auf den 120 km brachte Marvin Nonnenmacher seinen Zephir professionell und gelassen über die Strecke und holte damit auch den Sieg im 120-km-Wettbewerb nach Brandenburg.
Den Titel in der Jugendmeisterschaft über 80 km teilten sich zwei sächsische Reiterinnen: die 20-jährige Michelle Rabsch mit ihrer 11-jährigen Warmblutstute Finess und die erst 10-jährige Ronja Williger mit ihrer 7-jährigen Ponystute Bella. Mit 12,5 km/h waren sie damit nahezu ebenso schnell wie die Senioren unterwegs. Anders als im Turniersport wird das Thema, Kinder unter 14 Jahren auf Distanzritten starten zu lassen, beim VDD vor allem aus versicherungstechnischen Gründen sehr kontrovers diskutiert. Die Veranstalter dieser Meisterschaft haben ihren Standpunkt deutlich gemacht, auch sehr junge Reiter und Reiterinnen fördern zu wollen und ihnen die Chance zu geben, ihre Leistungsstärke unter Beweis zu stellen und Wettkampferfahrung zu sammeln. Kein Glück hatte leider die Brandenburger Juniorin, die sich nicht in der Wertung qualifizieren konnte.

Die Rahmenbedingungen der Veranstaltung waren eine Herausforderung für alle Teilnehmer und bedeuteten harten Endurance-Sport im klassischen Sinne. Der Ritt wurde „auf der grünen Wiese“ ausgetragen, was für die Pferde Unterbringung im mobilen Paddock und für die Reiter Camping heißt. Wenn dann, wie in diesem Fall, kalte Nächte und Dauerregen hinzukommen, müssen alle Sportler – Pferde wie Reiter – besondere Härte unter Beweis stellen. Doch nicht ein einziger der 45 angemeldeten Starter hatte nach einem Blick auf die verheerende Wettervorhersage zurückgezogen. „Das ist noch wahrer Distanzsport!“, kommentierte auch der 80-km-Siegreiter Veit Koppe, der mit seiner selbst gezogenen Trakehner Stute Faizah dem Feld in 15,7 km/h davongaloppierte und für sein hervorragend konditioniertes Pferd obendrein noch den Konditionspreis erhielt. Er wurde im Übrigen von einer Berlin-Brandenburger Crew betreut! Auch die Bodenverhältnisse hatten es den Reitern alles andere als leicht gemacht. Die naturbelassenen Wege waren vom Regen vollkommen aufgeweicht, die langen Graspisten aalglatt. Den befestigten Wegen konnte das Wasser weniger anhaben, jedoch waren diese Strecken geschottert, was wiederum andere Herausforderungen für die Pferde und deren Ausrüstung, insbesondere den Beschlag, darstellte. So war jede einzelne erfolgreiche Zieleinlauf, ganz gleich über welche Streckenlänge und mit welcher Platzierung, auf dieser Veranstaltung hart erkämpft. Das gilt auch und insbesondere für den unglaublich schnellen Sieger des 46-km-KDR Thorsten Menze aus Dresden mit Kaas al Kalediah, der die schwere Strecke mit 16,9 km/h meisterte.

Miriam Lewin


15.08.2021

23. Ranchritt in Düben

Zwei Tage Distanzsport in Sachsen-Anhalt

Schöne, leichte Reit- und Fahrstrecken und eine gute Erreichbarkeit nahe der A9 im anhaltinischen Düben tragen seit jeher zur Beliebtheit der dortigen Distanzsportveranstaltung bei. Zum 23. Jubiläum des Events am ersten Augustwochenende waren an zwei Ritt-Tagen fünf unterschiedliche Streckenlängen ausgeschrieben, darunter auch ein Mehrtagesritt über 111 km. Diesen konnten Axel Baldauf mit seinem 16-jährigen Araber-Mix Shayan, Luise Speerschneider mit ihrem gleichaltrigen Araberwallach Pascha Farid und Janet Richter mit dem bereits 20-jährigen CG Biatnik ox gemeinsam in 11,9 km/h auf Platz 1 beenden.

Auf allen anderen Strecken wurde sowohl geritten als auch gefahren.

Über 86 km setzte sich die Brandenburger Landesmeisterin von 2019, Karina Starost, mit ihrer auch schon 19-jährigen Warmblutstute Daytona in 15,7 km/h durch. Auf Platz 2 ritt Cornelia Weidlich mit Mesczallah Giseh ox in 13,7 km/h vor Uta Ackermann mit Elfamir ox und Petra Tanner mit Durance A ox, die gemeinsam mit 12,1 km/h Platz 3 belegten.
Über die gleiche Strecke fuhr Cornelia Rüthnick ihren 21-jährigen Terence ebenfalls mit 12,1 km/h.

Michaela Rüthnick brachte im Sulky ihr 114-cm-Pony Anton in 12 km/h erfolgreich über 68 km.

Für die kleine Ronja Willinger war es der erste MDR mit ihrem Pony Bella, den sie gemeinsam – und siegreich – mit Vater Sandro auf der 21-jährigen Warmblutstute Finess bestritt.
Den KDR über 43 km gewann Gerun Golde mit ihrer 14-jährigen Englischen Vollblutstute Iraja in 15,5 km/h. Dahinter belegten Kira Hoppe und Ralf Huwe mit ihren Amercian Painthorses Leos Blue Diamonds und Side Bar Below Hill zusammen Platz 2.

Honestly Diamant, die 18-jährige Traberstute von Nicole Gust, mit der sie unter anderem 2017 bereits Landes-Jugendmeister im Distanzreiten geworden war, wurde diesmal zum ersten Mal gefahren und absolvierte die Strecke siegreich mit flotten 16 km/h. Dahinter fuhr Michaela Rüthnick mit dem Dartmoor-Wallach Falsdart-Farasi auf Rang 2 vor Anne-Marie Schmidt mit dem 107-cm-Shetty Maikäferl vom Kaltenberg.

14 Reiter und 4 Fahrer beendeten die 25 km lange Einführungsstrecke in der Wertung.

Alle Beteiligten lobten die entspannte Atmosphäre der Veranstaltung und die bewährt gute Organisation durch Gudrun Perowicz und ihr Team.

Miriam Lewin


15.07.2021

Distanzsport startet in Ützdorf

Wenig Resonanz bei der 16. Elchdistanz

Endlich wieder Distanzwettbewerbe nach der Pandemie-Pause! – Da hätte man am ersten Juli-Wochenende bei der 16. Elchdistanz in Ützdorf randvolle Starterfelder erwartet! Doch die Nennungen blieben aus. Vielmehr hatte es den Anschein, dass vorrangig nur ritt, wer irgendeine Qualifikation brauchte. Sollte den Spaß-Reitern nach dem ganzen coronären Hin und Her mit Lockdown hier, Stallverbot da, Reithallenverbot hier, Reitstundenverbot da die Luft oder zumindest du Lust ausgegangen sein? Vermutlich hat so mancher ein nicht ausreichend trainiertes Pferd zu Hause. Oder lag es einfach nur an der Parallel-Veranstaltung auf dem Rennsteig, die zumindest einige potenzielle Starter aus Süd-Brandenburg und Sachsen abgezogen haben mag?

Fünf Reiterinnen starteten beim LDR über 81 km und ritten Start-Ziel in gleicher Konstellation. Das immer führende Trio, bestehend aus Elaine Kühlmann (Glashütte) mit dem 13-jährigen Warmblutwallach Avec Moi, Maria Lippert (Wustermark) mit dem 14-jährigen VA-Wallach Al Mashhar al Azim und Cornelia Weidlich (Nauen) mit dem ebenfalls 13-jährigen VA-Wallach Mesczallah Giseh setzte sich mit Tempo 5,1 gegen Sandra Stamm mit Instervenus und die Jugendliche Emelie Jeske mit Asyut Pasha (in T 6,5) durch.

Die einzigen Starterinnen im MDR über 80 km, Jana Weingart (Michendorf) mit dem 18-jährigen Araber Catalano und Julia Zielinski (Groß Kreutz) mit dem 6-jährigen Arasier Romeo (nomen est omen), beendeten den Ritt gemeinsam in T 5,9 siegreich in der Wertung.

Auch beim MDR über 65 km traten nur zwei Starterinnen an: Uta Müller (Hartha) mit ihrem Partbred Shadow und Susanne Resnitschek (Oranienburg) mit ihrer Warmblutstute Lajana beendeten den Ritt in T 5,5 gemeinsam in der Wertung und teilten sich damit Platz eins.

Ein kurzer Distanzwettbewerb über 41 km war sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag ausgeschrieben. Die Mühe, die sich die Veranstalterin Jana Scheffel in Hinblick auf die Entzerrung hoher Starterzahlen gegeben hatte, wurde leider nicht belohnt: Am ersten Tag starteten acht Teilnehmer, am zweiten Tag waren es noch ganze vier. Am Sonnabend sicherte sich Ralph Huwe (Mahlow) mit seinem 10-jährigen Paint-Wallach Sid bar below Hill den Sieg im schnellen T 3,6 vor Alexandra Lege mit der gleichaltrigen AV-Stute Alya (t 3,9). Platz drei belegten in T 5,0 Sandro und Ronja Willinger mit Fitness und Bella sowie Nelly Heims mit Malima. Die Sechst- und Letztplatzierte dieser Prüfung Cornelia Rüthnick mit Terence war mit T 5,5 immer noch schneller als das Siegerpaar der Sonntags-Prüfung Anna-Lena Simms mit Cartina und Marieke Beck mit Dornenkrone, die hier in T 5,8 Platz eins vor Lisa Wahl mit Senora belegten.

Zwei Einführungsritte rundeten das Wettbewerbsangebot ab, wobei auch hier die Teilnehmerzahlen mit drei Startern über 40 km und zwölf Nennungen über 27 km weit unter den Erwartungen blieben.

Miriam Lewin