10.09.2026
Schlammschlacht um den Titel
Deutsche Meisterschaft im Distanzfahren
Zwei Deutsche Meisterschaften im Distanzsport in einem Jahr im selben Bundesland – das gibt es selten, und in Sachsen gab es das noch nie. Nachdem im Juli die Reiter in Striegistal ihren Meister ermittelt hatten – Julia Zielinski aus Berlin-Brandenburg – trafen sich am vorletzten Augustwochenende die Fahrer in Tauscha bei Dresden. Die DFM wurde im Rahmen der „Saxonia“ ausgetragen, die seit einigen Jahren von dem Berlin-Brandenburger Reitverein „Am Fließ“ Hoppegarten organisiert wird. Diesmal gingen Silber und Bronze nach Berlin-Brandenburg, an die Schwestern Cornelia und Michaela Rüthnik mit Terence und Gwydion The Harlequin, die zudem Vater und Sohn sind! Den Titel der Deutschen Meisterin im Distanzfahren errang Ines Müller Millgramm (NRW) mit ihrem 20-jährigen Welsh A-Wallach Strathies Sir Nando mit 11,2 km/h mit zwei Minuten Vorsprung auf Cornelia Rüthnick mit dem 16-jhrigen Terence, einem Welsh Cob Mix. Mit seinem 18-jährigen Vater Gwydion The Harlequin fuhr Michaela Rüthnick 27 min später in 10,6 km/h auf Platz drei. Cornelia Rüthnik lenkte Terence als Erste über die Ziellinie, Ines Müller-Millgramm kam mit Nando direkt dahinter. Allerdings starten die Fahrer immer zeitversetzt, da Überholmanöver nur bedingt möglich sind und keine Rennbahn zur Verfügung steht, die breit genug wäre, um ein Finish zu fahren. Die Meisterin war drei Minuten später gestartet und an ihre Konkurrentin herangefahren, die sie dann nicht mehr ziehen ließ. „Es fährt sich zu Zweit auch einfach schöner“, sagt Müller-Millgramm, „man kann sich unterhalten, und die Pferde laufen motivierter.“ Die Vizemeisterin, die trotz des Starkregens nie ihre gute Laune verlor, nahm es sportlich. „Sicher hat Nando auch davon profitiert, dass er einfach hinter uns herlaufen konnte“, sagt sie, unternahm in Anbetracht des schlechten Geläufs aber auch keinen ernsthaften Ausreißversuch.
Solche Patt-Situationen werden häufig in den Stopps entschieden. Von Arrival Time (Ankunft) im Vetgate (Tierarztkontrolle) bis Vorstellung des Pferdes beim Tierarzt (In-Time) haben alle Pferde 20 min Zeit, auf den geforderten Puls von 64 Schlägen pro Minute zu kommen. Je schneller ein Pferd diesen Wert erreicht, je kürzer also dessen Recovery Time (Erholdauer) ist, desto schneller kann es bei Tierarzt vorgestellt werden, denn erst dann wird die Uhr angehalten. Aber Sieger und Vize nahmen sich in den Recovery-Zeiten wenig, sodass Cornelia Rüthnick keine Chance hatte ihre Konkurrenz im Stopp zu „überholen“.
Bemerkenswert frisch galoppierte 12 min nach dem Drittplatzierten in 10,4 km/h das Shetlandpony-Gespann mit Legolas und Toulouse an den Leinen von Birgit Rosenberger über die Ziellinie. Die beiden Ponys wurden für ihre Fitness mit dem Konditionspreis ausgezeichnet und erhielten ein mobiles Paddock der Firma Roflexs. Die fünf in der DFM platzierten Pferde waren alle in der Kleinpferde-Wertung gestartet. Von den beiden Großpferden im Wettbewerb hatte eines einen Unfall, bei dem der Sulky umstürzte und das Pferd mitriss. Glücklicherweise wurden Elmaz und seine Fahrerin Nele Heemsoth nur leicht verletzt. Daraufhin zog die als Favoritin gehandelte Michelle Tremmel aus Berlin-Brandenburg ihren Traber Eagle Simoni zurück. „Den Unfall meiner Freundin mit ansehen zu müssen, war mein persönlicher Albtraum“, erklärt die Fahrerin, die ihren sehr „speziellen“ Wallach vor einigen Jahren übernommen hat und seitdem behutsam korrigiert. „Der war schon auf der Trabrennbahn bei Regen nicht zu händeln. Auch eine Meisterschaft war es nicht wert, das Pferd im Kopf zu überfordern. Außerdem wurde es gefährlich glatt.“
Mit dem Wetter war in der Tat nicht zu spaßen! Nachdem es bereits die Nacht hindurch geregnet hatte (ein zusätzlicher Stressfaktor für die Pferde, die alle auf der Wiese in Paddocks untergebracht waren), setzten morgens kurz nach dem Start erneut Schauer ein und entwickelten sich mit auffrischenden Sturmböen zu Starkregen, der bis in den frühen Nachmittag anhielt. Nicht allein, dass alle Teilnehmer schon auf den ersten beiden Runden komplett durchnässt waren, das Geläuf verwandelte sich binnen kürzester Zeit in eine gefährliche Schlammpiste. Während es in den letzten Jahren bei der „Saxonia“ kaum Ausfälle gegeben hatte, mehrte sich nun auch in den Begleitwettbewerben die Anzahl der Pferde, die von den Tierärzten wegen Taktunreinheiten aus dem Wettbewerb genommen wurden. Viele Starter zogen ihre Pferde aus eigenem Verantwortungsbewusstsein zurück. Daraufhin beriet sich Cheftierarzt Martin Grell (FEI3*) mit dem Veranstalter, den Regionalbeauftragten und dem VDD-Präsidium. Ein Abbruch der Veranstaltung wurde in Erwägung gezogen. Weil der Regen jedoch gegen 14:00 Uhr aufhörte, wurde schließlich gemeinsam entschieden, den Meisterschafts-Fahrern die letzte Runde zu erlassen und die Strecke von 105 auf 88 km zu verkürzen. Die hatten es allemal ebenso in sich wie 105 km unter normalen Bedingungen!
Die einzige Starterin, die auf die 163-km-Strecke gegangen war, Tanja Hähnel (Bayern) mit Dabir, beendete die Prüfung aufgrund des Dauerregens mit einem noch hochmotovierten Pferd bei 103 km. Die beiden Reiterinnen, die über 121 gestartet waren, schlugen die Möglichkeit, ebenfalls bei 103 km in der Wertung zu beenden, aus, leider mit dem Resultat, dass das Pferd der Berlin-Brandenburger Starterin Anna-Lena Simms die Nachuntersuchung nicht bestand. Platz 1 ging an die im Wettbewerb verbliebene Luise Hansal (Hessen) mit ihrem 9-jährigen Englischen Vollblutwallach Lotosfeuer in 13,5 km/h.
Miriam Lewin
11.08.2026
Sachsen dominiert
Mitteldeutsche Ländermeisterschaften im Distanzreiten
Am zweiten August-Wochenende wurden zum 28. Mal die Ranchritte & Fahrten in Düben (Sachsen-Anhalt) ausgetragen, in diesem Jahr wieder mit der Mitteldeutschen Ländermeisterschaft im Distanzreiten der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Die mehrfache mitteldeutsche Meisterin Elaine Kühlmann aus Dresden hatte ihren 18-jährigen Wallach Avec Moi ursprünglich einen Monat zuvor bei der Deutschen Meisterschaft zum Einsatz bringen wollen, verzichtete dann aber auf den Start, weil das Pferd nicht topfit war. Jetzt präsentierte sich das Deutsche Sportpferd wieder mit gewohntem Biss und ließ keinen Zweifel daran, wem der Titel auch in diesem Jahr zustand. In 13,8 km/h trug der schöne Rappe seine Reiterin über 106 km zur Siegerschärpe. Die Leipzigerin Barbara Ackermann beendete die Prüfung mit großem Rückstand auf die Sieger bei 84 km in der Wertung.
Den Titel des Jugendmeisters holte sich der 18-jährige Marvin Blosfeld aus Dresden mit seinem 10-jährigen Vollblutaraber Hissane Shadwan, der als einziger Jugendlicher im LDR über 84 km an den Start gegangen war und den Ritt auf Platz vier beendete. Der Sieg in dieser Prüfung ging in 15,1 km/h an die Potsdamerin Jenny Stemmler und Elipse d’Aurieres, gemeinsam mit Heike Ganster und Aurieres d Aurieres. Auf den dritten Platz ritt die Bernauerin Lisanne Tesch mit der Trakehner Stute Sommernacht.
Die lange Fahrt über 84 km und die mittlere über 65 km dienten einigen Teilnehmern als letzte Qualifikationsmöglichkeiten für die am 22. August ebenfalls in Sachsen stattfindende Deutsche Meisterschaft im Distanzfahren. Über 84 km steuerten die aus Berlin-Brandenburg stammenden Schwestern Cornelia und Michaela Rüthnick ihre beiden Welsh Cobs Terence und Gwydion The Harlequin erfolgreich über den Kurs. Über 65 km sah man mit Nele Heemsoth und dem Achal Tekkiner Wallach Elmaz ebenfalls Aspiranten auf den DM-Titel auf Platz eins vor Siegfried Lembke mit dem Traber If I Can Dream.
Gut ausgebucht mit 13 Nennungen war der MDR über 65 km, den Anna-Lena Simms (Oberkrämer) mit ihrer Vollblut-Araberstute Amira Fleur de Lys ebenfalls nach Berlin-Brandenburg holte.
Auch der kurze Distanzritt über 43 km ging nach Berlin-Brandenburg, an Julia Ettinger und Johanna Christ aus Werder, die mit ihren beiden Trakehner Stuten Friedel und Fina den Ritt in 14,8 km/h gewannen.
Bei idealem Wetter war auf der „grünen Wiese“ in Düben dank Notstromaggregat für leckeres Catering gesorgt: Wie üblich eine liebevoll organisierte Veranstaltung mit Wiederholungswert.
Miriam Lewin
14.07.2026
Reiter aus Berlin und Brandenburg mit Spitzenergebnissen
Deutsche Meisterschaften und Jugendmeisterschaften im Distanzreiten in Striegistal
Die im brandenburgischen Nuthetal beheimatete Julia Zielinski und ihr Arasier-Wallach Romeo sind Deutsche Meister im Distanzreiten! Im sächsischen Striegistal setzte sich die sowohl im Kader des LPBB als auch im Bundeskader aufgestellte Reiterin in 16,395 km/h gegen ihren versierten Konkurrenten Bernhard Dornsiepen mit Zora A’Diamonds durch, der drei Minuten nach ihr das Ziel erreichte. „Bernhard hat es mir wirklich nicht leicht gemacht“, sagt die Siegerin, „aber ich bin keine Freundin der Finishreiterei. Ich wollte den Ausgang vorher klarmachen, und meine Taktik ist aufgegangen.“ Denn lange hatte es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Titelanwärter ausgesehen, welche die gesamte Strecke über 160 km gemeinsam mit Khalifa Jamal Khamis Alsendi aus Bahrein in der Spitzengruppe geritten waren. Der Bahreiner setzte sich mit seinem 12-jährigen Araber Eole de Coat Fritty schließlich ab und gewann den CEI3* mit sechs Minuten Vorsprung auf Julia Zielinski. Der mehrfache deutsche Meister, Vizemeister und Championatsreiter Dornsiepen gehört mit unterschiedlichen Pferden seit Jahrzehnten zur crème de la crème des deutschen Distanzsports. Julia Zielenski hat ihr Ausnahmepferd Romeo, Jahrgang 2015, mit ihrem eigenen Achal Tekkiner Hengst Puschkin aus ihrer Vollblutaraberstute Roxana selbst gezogen, und baut ihn seit 2020 behutsam, aber zielstrebig im Distanzsport auf. „Wir vertrauen einander voll und ganz und wissen, dass es passt“, so die Reiterin, „Romeo ist jetzt in einem Alter, wo er Geschwindigkeit anbietet. Er war bei diesem Ritt niemals am Limit.“
Die Bronzemedaille sicherts sich Tatjana Stammen mit A Black Vision mit einem Sekundenvorteil auf Stefanie Ulrich mit Kosmos als Samarra. Da im nationalen Ritt über 160 km das vorzeitige Beenden gestattet war, hörte Dina Seipp mit Muchrib bei 140 km auf, Archie Jürgen Deneke mit Evo und Clara Klossek mit Katawi beendeten den Ritt bei 95 km, letztere ebenfalls Kaderreiter des LPBB. Mit 22 Jahren war die Araberstute Katawi das älteste Pferd im Wettbewerb.
Der Landestrainerin Michaela Wilczek und der Unterstützung des LPBB ist es zu danken, dass Berlin-Brandenburg bei diesem Championat so breit wie noch nie aufgestellt und auch so erfolgreich wie nie zuvor war. Michaela Wilszek umreißt ihr Konzept so: „„Kaderförderung bedeutet für mich, Talente zu erkennen und ihnen Perspektiven zu eröffnen. Deshalb halte ich bundesweit nach engagierten Reiterinnen und Reitern Ausschau und lade sie ein, Teil unseres Förderkonzepts zu werden – vorausgesetzt, sie starten für einen Berlin-Brandenburger Verein.“
So kam es, dass auch die Deutsche Jugendmeisterschaft im Distanzreiten über 125 km zu einhundert Prozent nach Berlin-Brandenburg ging. Von vier Starten (drei davon im LPBB-Jugendkader) konnten sich zwei für die finale Runde qualifizieren. Am Ende hatte die 17-jährige Süreyya Benter (RV Ruppiner Land) mit ihrem 11-jährigen Nabeel ibn Prospekt in 14,12 km/h die Nase drei Sekunden vor Hamasa Nizahi unter Kim Heise, die jetzt ebenfalls in den Jugendkader des LPBB nachberufen wird. Kim war mit demselben Pferd bereits 2024 Deutsche Jugendmeisterin geworden. Zur Unterstützung der Jugendlichen auf der Strecke hatte Michaela Wilczek auch den Top-Ausbilder und Schweizer Kadertrainer Alan Léon mit ins Boot geholt, der sich nicht zu fein war, für die Jugendreiter und ihre Pferde an den Crewpunkten Wasser zu schleppen.
Bei der DM und DJM wurde außerdem der Konditionspreis für den fittesten Finisher vergeben. Dieser ging in beiden Fällen an die Zweitplatzierten: An Bernhard Dornsiepens 10-jährige Stute Zora A’Diamonds und an Kim Heises 11-jährigen Wallach Hamasa Nizahi.
Als weitere Nachwuchsprüfung für Reiter ab 10 Jahren war der Jugendcup über 65 km ausgeschrieben. Für den LPBB-Jugendkader starteten hier Marvin Blosfeld mit Shadwan und Ida Karle mit Bella. Dem 19-jährigen Marvin fehlte leider noch ein Qualifikationsritt für die DJM mit seinem Araber Shadwan, den er erst im letzten Jahr übernommen hatte. Beide belegten in 14,88 km/h Platz zwei hinter Charlotte Kneier und Uraya du Colombier in 15,6 km/h. Auf die Plätze drei und vier ritten Anke und Hermine Stein in 14,30 km/h. Auf dem fünften Platz machte Ida Karle mit Bella in 13,97 eine gute Figur.
Insgesamt war der Landes- und Landesjugendkader Berlin-Brandenburg mit neun Reitern angetreten, von denen sechs erfolgreich in die Wertung ritten.
Die Deutschen Meisterschaften und Jugendmeisterschaften, die vom 9. bis 12. Juli 2026 im Rahmen einer international hochkarätig besetzten FEI-Veranstaltung mit CEI1* bis CEI3*-Ritten stattfanden, wurden erstmalig in Sachsen ausgetragen. 57 Reiter aus neun Nationen gingen an den Start, darunter die amtierende Europameisterin Marijke Visser aus den Niederlanden sowie der amtierende Deutsche Meister Nico Helta (Kaderreiter LPBB). Auch der amtierende Weltmeister HH Sheikh Nasser bin Hamad Al Khalifa hatte genannt, konnte aber verletzungsbedingt nicht antreten.
Die landschaftlich schönen Strecken hatten es in sich, nicht allein wegen der beachtlichen Höhenmeter, sondern auch aufgrund grob geschotterter und unübersichtlicher Passagen, die aufmerksames Reiten erforderten. Dass alle Reiter ausnahmslos gut auf ihre Pferde aufgepasst hatten, bestätigte der FEI-Treating Vet (behandelnder Tierarzt) Martin Grell. „Kein Pferd ist aus metabolischen Gründen ausgeschieden. Dass bei dem anspruchsvollen Geläuf einige Taktunreinheiten auftreten würden, war absehbar, aber gab es keine schweren Lahmheiten.“
Die Veranstalterin Franziska Finkel hat gemeinsam mit ihrem Team freiwilliger Helfer, den Offiziellen aus dem In- und Ausland und den Mitteln zahlreicher Sponsoren ein großartiges Endurance-Event gestemmt. Auch der Landespferdesportverband Sachsen unterstütze die Veranstaltung mit Sachpreisen und einem Förderscheck.
Bei der Siegerehrung würdigte der VDD-Präsident André Schaudt die hohe Qualität der Veranstaltung.
Miriam Lewin
09.07.2026
Liebevoll ausgestaltet
Neuer Distanzritt im Oderbruch
Mit der Blick-ins-Oderland-Distanz haben Ina Drews und Romina Stolze eine kleine, feine Veranstaltung in landschaftlich reizvoller Umgebung bei Wriezen ins Leben gerufen, die leider nicht so viele Teilnehmer fand, wie sie verdient hätte. Immerhin waren vom Einführungswettbewerb bis zur langen Strecke alle Distanzen sowohl als Ritte als auch als Fahrten ausgeschrieben. Dennoch gab es insgesamt nur 23 Nennungen, was besonders bedauerlich war, weil die Veranstalter sich sehr viel Mühe mit der Vorbereitung und Durchführung des Events gegeben hatten. Sogar Startnummern-Leibchen hatten sie eigens anfertigen lassen.
Bei nicht ganz unproblematischen, wechselhaften Witterungsverhältnissen und anspruchsvollem Geläuf blieben leider nicht alle Starter in der Wertung, so auch die einzige Starterin bei der langen Fahrt über 86 km. Auf der langen Rittstrecke über 91 km schieden zwei weitere Pferde mit Lahmheiten aus, sodass die einzige Ankommerin, Paula Maria Cetto mit ihrem 9-jährigen Anglo-Araberhengst Zampel, in entspannten 9,8 km/h zum Sieg kam.
Die Bundeskaderreiterin Julia Zielinski nutzte den MDR über 62 km für ihren 11-jährigen Arasier Romeo als Trainingseinheit, verritt sich jedoch unterwegs, sodass ihr Siegertempo mit 10,1 km/h verhältnismäßig niedrig anmutet. Hinter ihr ritten Lisanne Tesch mit ihrer Trakehner Stute Sommernacht und Carolin Müller mit ihrem Vollblutaraber Habibi auf Platz Zwei.
Die kurze Fahrt über 43 km bestritt als einzige Teilnehmerin Katja Hartmann mit ihrem 17-jährigen Paint-Wallach Joey und fuhr mit 9,5 km/h somit auf den ersten Platz.
Selbst die Siegerin auf über 48 km, die Kurzstrecken-Spezialisten Gerun Golde mit ihrer 14-jährigen Englischen Vollblutstute Fresanta, blieb mit 10,1 km/h weit unter ihrem gewohnten Tempo, was zeigt, dass mit Bedacht geritten werden musste. Platz zwei in dieser Prüfung belegte Lena Borowski mit dem Vollblutaraber Erchad al Dawia mit 9 km/h vor Betti Wiegand mit der Halbblut-Stute Quinta Helissia aus dem Stall der Veranstalterin Ina Drews.
Beim Einführungsritt über 37 km kamen drei Starter erfolgreich ins Ziel, zwei gaben auf, zwei weitere überschritten die Höchstzeit.
Gewiss verritten sich einige Teilnehmer, doch sollte dies in Zeiten, wo die Nutzung eines GPS-Trackers auf dem Handy nicht nur erlaubt ist, sondern (neben dem Blick auf die Karte) sogar empfohlen wird, eigentlich kein Problem mehr sein.
Es ist der Veranstaltung zu wünschen, dass sie im kommenden Jahr mehr Anklang bei den Distanzsportlern findet, die mit traumhaften Landschaften belohnt werden.
Miriam Lewin
07.06.2026
2. Fliederdistanz in Friesack
Am zweiten Mai-Wochenende hatte die Pferdesportgemeinschaft Ruppiner Land e.V. wie schon im vergangenen Jahr zur Fliederdistanz nach Friesack eingeladen. Ausgeschrieben war alles vom Einführungsritt bis zum langen Distanzritt. Dieser führte über 86 km und war durchweg mit sportlich ambitionierten Reiterinnen besetzt. Die mehrfache deutsche Meisterin Heike Ganster nutzte den Wettbewerb als Aufbau-Prüfung für ihren 7-jährigen Vollblutaraber Jazaag d’Aurieres in Begleitung seines 16-jährigen Trainingspartners Aurieres d’Aurieres unter Jenny Stemmler, die auch über viele Jahre Mitglied im Landes- und Bundeskader war. Beide nutzten die Möglichkeit, die Prüfung bei 52 km in der Wertung zu beenden. Der Sieg in diesem Wettbewerb ging an die Deutsche Jugendmeisterin von 2024 Kim Heise mit ihrem 9-jährigen Vollblutaraber Hamasa Nizahi in 13,9 km/h. Auf den zweiten Platz ritt Judith Kleinfeldt mit ihrer 16-jährigen Trakehner Stute Reichgräfin vor Gundula Bath auf Platz drei mit Seahorse, ihrem bewährten 16-jährigen Traberwallach, der seit vielen Jahren sowohl unter dem Sattel als auch vor dem Sulky erfolgreich ist.
Auf der mittleren Strecke über 62 km teilten sich drei Reiterinnen den Sieg: die amtierende Berlin-Brandenburger Landesmeisterin Cornelia Weidlich mit ihrem 18-jährigen Vollblutaraber Mesczallah Giseh, die Jugendreiterin Ida Karle mit der 9-jährigen Warmblutstute Bella und Vanessa Ziegert mit der 15-jährigen Holsteiner Stute Dubalie. Das Trio war in flotten 15,2 km/h unterwegs.
Beim kurzen Ritt über 41 km teilten sich Alexandra Lege mit ihrem Vollblutaraber Satam al Khalediah und Ewald Hurlemann mit dem Vollbluataber Wanesco den Sieg in 13,4 km/h vor Monika Schindler mit der Trakehner-Araber-Stute Siastra Pyaschota. Dahinter rangierten Mutter Andrea Herlt und Tochter Stella Naumann mit ihren Vollblutarabern CD Zenith und Ekselent. Der nunmehr 22-jährige Zenith hatte seine Reiterin einst erfolgreich zum Landesmeister-Titel getragen.
Elf Teilnehmer absolvierten erfolgreich den Einführungsritt über 27 km.
Ganz besonders zufrieden zeigten sich Tierärzte und Veranstalter aufgrund der Tatsache, dass kein Pferd aus dem Wettbewerb genommen werden musste.
Mit der Fliederdistanz ist der Endurance-Sport im Land Brandenburg um eine wertvolle Veranstaltung reicher. Die Reiter lobten gutes Geläuf und übersichtliche Streckenführung. Auch für das leibliche Wohl der Reiter und Helfer war mit eigenem Catering und Grillstation gesorgt.
Miriam Lewin
11.04.2026
Saisonbeginn im Distanzsport
Gute besuchte Veranstaltungen in vier ostdeutschen Bundesländern
Der Auftakt der Distanz-Saison in Brandenburg erfolgte bereits Anfang März in Hohenleipisch. Hier zeigten sich Judith Kleinfeld und ihre Trakehner Stute Reichsgräfin nach dem Winter gut in Form und gewannen den Mehrtages-Ritt über 85 km in 9 km/h. Auf Platz zwei kamen Alexandra und Johanna Simchen mit Hickorys Beauty Sign und Olav in 8,3 km/h.
Es folgten Mehrtagesritte und -fahrten im mecklenburgischen Neu Lübtheen am vorletzten März-Wochenende. Auch hier gab es zahlreiche Starter aus unserer Region. Judith Kleinfeld und Reichsgräfin sicherten sich diesmal beim langen Mehrtagesritt über 126 km in 12,3 km/h den zweiten Platz hinter Miriam Röder mit BS Traditio. Gundula Bath beendete die Prüfung mit ihrem Traber Seahorse bei 108 km auf Platz drei in 13,2 km/h. Die über 108 km ausgeschriebene mittlere Mehrtagesprüfung absolvierten Sandra Stamm mit Mabouba ox und Lilly Richter mit Asyut ibn Pasha ox gemeinsam in 9,9 km/h.
Am Osterwochenende fanden Ritte und Fahrten beim Outback Run in Arendsee in Sachsen-Anhalt sowie der Testritt zur Deutschen Meisterschaft im sächsischen Striegistal statt, letzterer mit sehr anspruchsvollen Strecke durch hartes und bergiges Geläuf. Hier nahm unsere amtierende Landemeisterin Cornelia Weidlich mit ihrem Vollblutaraber Mesczallah Giseh den mittleren Distanzritt über 80 km unter die Hufe und beendete die Prüfung in 12 km/h hinter Jenny Stemmler aus Potsdam und der Bundeskaderreiterin Heike Ganster, die mit ihren beiden Arabern Elipse d’Aurieres (Partbred) und Jazzag d´Aurieres ox in 12,9 km/h gemeinsam auf Platz eins ritten. Den Sieg in der langen Prüfung über 86 km sicherte sich die sächsische Landesmeisterin Elaine Kühlmann mit ihrem 18-jährigen Warmblüter Avec Moi in 11,5 km/h vor der Deutschen Jugendmeisterin von 2024, Kim Heise mit Hamasa Nizahi, auf dem zweiten Platz in 10,9 km/h und dem 13-jährigen Finn Buchtmann mit Fidja el Arabica auf Platz drei in 9,8 km/h. Sehr ambitioniert waren auch die beiden sächsischen Erfolgsreiter Veit Koppe (Bundeskader Senioren) mit Filon de Rocaille und Marvin Blosfeld (Sachsenkader Junioren) mit Hissane Shadwan auf Platz eins und zwei der 47-km-Prüfung in 13,8 km/h bzw. 11,6 km/h unterwegs.
Leider lagen die Ergebnisse der Parallel-Veranstaltung in Arendsee mit Strecken von 30 km bis 104 km bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Mit Spannung dürfen wir in dieser Saison ins benachbarte Bundesland Sachsen blicken, wo vom 10. bis 12. Juli die Deutschen Meisterschaften und Jugendmeisterschaften im Distanzreiten zusammen mit einem CEI3* in Striegistal ausgetragen werden. Im Rahmen der „Saxonia“ in Tauscha, gleich hinter der brandenburgischen Landesgrenze, sind vom 21. bis 23. August sind die Deutschen Meisterschaften im Distanzfahren ausgeschrieben. Die Landesmeisterschaften im Distanzreiten werden in diesem Jahr am letzten September-Wochenende erstmalig in Brottewitz im Elbe-Elster-Kreis ausgetragen.
Miriam Lewin